BasKIDball Sommercamp 2019 in Nürnberg

BasKIDball Sommercamp 2019 vom 27.07. bis 03.08.2019

Nach Fehmarn im letzten Sommer und Leverkusen in den Osterferien, ging es in den Sommerferien für unsere Betreuer Alexandra und Flo und unsere Jugendlichen Alan, Moudda, Philipp, Ronnie und Peshgal für eine Woche ins wunderschöne Mittelalterstadt Nürnberg. Dort traf wir unser Standort auf viele bekannte Gesichter aus den anderen 16 BasKIDball-Städten.

Auf Wunsch der BasKIDs stand dieses Jahr ein straffes Sportprogramm auf dem Plan: Skillsworkout, Ligaturnier, Standortturnier, Parcourworkshop und natürlich den täglichen Trainingszeiten in der offenen Turnhalle. Man könnte meinen, dass es abends nur noch müde Augen und Füße gab… Pustekuchen!
Sommercamp bleibt Sommercamp – die Hallenzeit am Abend ist Tradition, egal ob müde Muskeln oder nicht!

Aber auch das Freizeitprogramm kam definitiv nicht zu kurz in der Woche. Beim zeitgleich stattfindenden Nürnberger Bardentreffen groovten sich die BasKIDs zum Beispiel bei ’ner großen Eko Fresh Konzertaktion aufs Camp ein. Nürnberg war definitiv ein perfekter Standort für unser großes Treffen. Mit den vielen Aktionsmöglichkeiten in und um die Stadt – von Nachmittagen beim Bowling, im Trampolinpark, Schwimmbad oder beim Stadtbummel haben sich alle Kids und Betreuer pudelwohl gefühlt.

Deshalb geht ein großes Dankeschön an die Stadt Nürnberg, die Teams des Johannes-Scharrer- und des Hans-Sachs-Gymnasiums für die Unterkunft und die Nutzung der Turnhallen und die ING für die finanzielle Unterstützung!
Es war mal wieder eine wunderbare gemeinsame Zeit mit unvergesslichen Momenten – einfach Qualitytime!

Gemeinsam schmeckt es doppelt so gut!

Gemeinsam macht Kochen und Essen einfach mehr Spaß! Und es schmeckt selbstverständlich auch besser, keine Frage! Und wenn sich dabei netten Menschen kennenzulernen, dann spricht man wohl von einem höchst gelungener Abend, jawohl! Genau so war es am Mittwochabend.

Unser Projektchefkoch Maher hatte dieses Mal italienische Küche auf dem Speiseplan stehen, nachdem er vor zehn Tagen für unsere Gäste arabische Delikatessen auf den Tisch gezaubert hat. Neben verschiedene Pasta Variationen gab es feinste Salate und Auberginen in Provinzialsoße und zum Nachtisch dunkelrote, saftige Wassermelone. Da läuft einem beim Lesen glatt das Wasser im Mund zusammen. Leckaaaa!

Aber bekanntlich kommt das Vergnügen nach der Arbeit. Unter Aufsicht von Maher bereiteten Wafa, Gomaa, Hans, Clara, Annika und Jakob das Menü für unsere geladenen Gäste vor. Waschen, Putzen, Schnibbeln, Schälen, Schichten, Kochen, Braten, es gab eine Menge zu tun. Doch nach fast drei Stunden harte Arbeit (okay, es hat allen große Freude bereitet) war es dann geschafft, das gemeinsame Essen kam auf den Tisch, der wohlverdiente Höhepunkt des Abends. Geschmeckt hat es sowieso, doch noch viel schöner waren die spannenden Gespräche und interessanten Begegnungen an diesem Abend.

Wir freuen uns, das wieder 18 nette Gäste bei unserem Projekt „Zu Gast bei Tannenbuschern“ einen schönen Abend hatten. Wir sagen Danke an alle und auf ein nächstes Mal!

Zu Gast bei … Tannenbuschern

Am Sonntagabend war der Auftakt zu unserem neuen Projekt „Zu Gast bei … Tannenbuschern“. Der Titel ist in Anlehnung an die tolle Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gewählt, die unter dem Motto „Zu Gast bei Freunden“ stand.

Ziel des Projektes ist es, das Miteinander zu fördern. Gastfreundschaft und gemeinsames Essen sind universelle menschliche Werte, über die man sich näher kommt und die Unterschiede in den Hintergrund treten. Durch den Kontakt über kulturelle, sprachliche, religiöse, Alters-, Geschlechter- und sonstige Grenzen hinweg will das Projekt stärkt das Projekt die Gemeinschaft. Außerdem möchte das Projekt auch „Nicht-Tannenbuschern“ Gelegenheit geben, den Tannenbusch von seiner besten Seite kennen zu lernen und der Stigmatisierung des Ortsteils entgegenwirken. Die Umsetzung des Projektes ist niederschwellig. Im Vordergrund steht der soziale Kontakt und Austausch, das Verbinden von Menschen und Kulturen und schöne gemeinsame Abende gemeinsam am Tisch zu erleben.

Das Projekt entstand aus dem Wunsch heraus, das unsere Gruppenmitglieder in der Dr. Moroni Stiftung gemeinsam kochen und neue Leute kennenlernen. Viele unserer Teilnehmer kommen aus Syrien, die z.T. erst vor ein paar Jahren nach Deutschland geflohen sind. Jamil ist der Antragssteller. Maher und ein paar weitere ehrenamtliche Unterstützer werden bis zum Jahresende an zehn Abenden für alle Interessierten kochen. Wir freuen uns mit diesem Projekt viele Menschen miteinander zu verbinden und ihnen die Möglichkeit geben zu können, sich besser kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Der Auftakt ist gelungen. Bei unserem ersten Event waren 17 nette Bonner*innen in der Dr. Moroni Stiftung zum gemeinsamen Essen und Kennenlernen. Unser Dank gilt dem Quartiersmanagement, bei der unsere Gruppe einen Antrag über 1700 Euro im Rahmen des Sozialfonds „Soziale Stadt Neu-Tannenbusch“ gestellt hat. Ein genauso großer Dank gilt den 15 Bürgerjury-Mitgliedern, die den Antrag einstimmig befürwortet haben.

Der nächste Kochabend findet am 31. Juli ab 18 Uhr statt. Wer dabei sein will schreibt uns unter ra@dr-moroni.de. Wir freuen uns über neue Gäste!

Koch Maher aus Syrien beim Einkauf

Maher und Laimi bei den Vorbereitungen

Kennenlernen beim leckerem Essen

 

Lecker wars!

 

Champions for Charity

Das Benefiz-Fußballturnier „Champions for Charity“ hat sich zu einer beliebten Tradition gemausert. Auch am 21. Juli 2019 war es wieder so weit: Dirk Nowitzki und Mick Schumacher traten mit zahlreichen Promis zu Ehren von Michael Schumacher an.

Unser BasKIDball Schirmherr Dirk Nowitzki und Mick Schuhmacher traten in der BayArena zu Ehren von Michael Schuhmacher wieder in einem Benefiz-Fußballspiel in der BayArena gegeneinander an. Mit von der Partie waren nicht nur viele Prominente Sportler und Künstler, sondern auch unsere Bonner BasKIDs. Bei sonnigen Temperaturen hatten unsere Kids zu Beginn der Sommerferien direkt ein Highlight. Das nächste wartet auch schon am Samstag, denn da geht es für eine Woche zum BasKIDball Sommercamp nach Nürnberg. Wir freuen uns drauf und bedanken uns bei iSo e.V. und der Dirk Nowitzki Stiftung für die Freikarten.

 

 

LizKids – ein wundervolles Kunstprojekt für Kids

Ein Bericht von Khaled über sein gemeinsames Kunst-Projekt mit Zuhra:

„Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken. Kunst überwindet Sprache, Raum und Zeit. Durch Kunst spricht die Vergangenheit zu uns und in Kunst tragen wir ein Stück Gegenwart in die Zukunft. Über Kunst kommunizieren wir, was wir denken und fühlen und wir ausdrücken wollen. Deswegen ist Kunst auch sehr wichtig für Kinder, weil Kinder neugierig sind und spielerisch lernen. Durch die Kunst können Kinder ihre Persönlichkeit weiterentwickeln.

Kreativität wird bei LizKids gefördert

Für Zuhra und mich war Kunst während unserer Zeit in Syrien ein wichtiger Teil unseres Lebens und wir möchten unsere Leidenschaft mit Kindern teilen. Das haben wir uns zu Herzen genommen und deshalb haben wir mit Unterstützung der Dr. Moroni Stiftung die Idee für das Projekt ‚LizKids‘ entwickelt.Seit dem 08.05.2019 findet unser Projekt jeder Mittwoch von 17.00 bis 20.00 Uhr im Bildungszentrum der Dr. Moroni Stiftung, in der Schlesienstraße 3, statt. Wir haben seit dem Beginn regelmäßig mehr als 11 Teilnehmer*innen im Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Unsere Kids haben immer großen Spaß. Mit unsere Anleitung entdecken sie immer neue Techniken, mit Buntstiften, Wasserfarben und Wachs, usw. zu malen. Sie lernen sich auszudrücken. Durch die spielerische Vermittlung verschiedener Kunsttechniken trainieren die Kinder außerdem ihre Geschicklichkeit. Insbesondere die Koordination von Hand und Auge wird geschult. Häufig ist es nämlich nicht einfach, den Tast- und Sehsinn miteinander in Einklang zu bringen. Je früher Kinder malen, desto besser wird ihre Kreativität gefördert. Jeder, der selbst kreativ ist, weiß wie gut so sich Kunst hierfür eignet.

Natürlich ist auch das Spielen für Kinder genauso sehr wichtig. Deshalb verpacken wir das Lernen im Spielen. Einige der Eltern finden das Projekt übrigens genauso großartig, wie ihre Kinder. Sie kommen mit ihren Kindern vorbei, trinken Kaffee, essen Kuchen und lernen sich besser kennen.

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich beim Quartiersmanagement Neu-Tannenbusch bedanken, das wir unseren Projektantrag dort einreichen durften und wir unser Projekt durch die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Gelder durchführen können. Auch der Bürgerjury, der wir unser Projektidee vorgestellt haben, danken wir recht herzlich, die unser Projekt einstimmig zugestimmt hat.

Zuhra möchte ihr Hobby zum Beruf machen

Vor Beginn der Herbstferien planen wir zum Projektabschluss eine Kunstgalerie, bei der Zuhra ihre Bilder, gemeinsam mit den Kunstwerken unserer Kids, ausstellt.

Euer Khaled“

 

Mit Ehrgeiz in die 1. Basketball Bundesliga

„Believers work hard to achieve it. And then twice as hard to repeat it.“ Sein Credo hat Kevin Yebo bis in die 1. Basketball Bundesliga gebracht. Diesen Sommer geht sein Traum endlich in Erfüllung. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der auf seinen Weg zu seinem Ziel keine kleinen Steine aus dem Weg räumte, sondern massive Felsbrocken.

Kevin wächst in Bonn-Tannenbusch auf, geht dort in die Realschule. Der damals schlaksige Junge fällt dem damaligen Streetworker Joe auf dem Pausenhof auf. Er spricht ihn an, weil Kevin mit 14 einen Kopf größer ist als seine Schulfreunde und motiviert ihn zum Projekt „BasKIDball“ zu kommen. Kevin spielt eigentlich viel lieber Fussball und ist auch im Ortsverein angemeldet. Doch irgendwie lässt er sich drauf ein und kommt zu einem offenen Training vorbei und findet direkt großen Spaß am Basketball. Kevin kommt regelmäßig zu dem offenen Basketballprojekt. Schnell fällt seinem damaligen BasKIDball-Trainer Ramy seine unfassbar schnelle Auffassungsgabe auf und fördert ihn. Kevin ist extrem beweglich und ehrgeizig. In fast jeder freien Sekunde findet man Kevin auf einem Freiplatz. Doch in der Schule und im Alltag häufen sich die Probleme, das seine Basketball-Trainer Ramy und Joe immer wieder in Kontakt mit seiner Schule stehen und versuchen ihn zu unterstützen. Doch schließlich muss Kevin die Schule verlassen und in ein Heim. Der Kontakt zu seinen Trainern bricht aber nie ab. Kevin fährt mit nach Bamberg, nach Würzburg und kommt gelegentlich bei BasKIDball vorbei, um zu zocken. Sein Coach Ramy, der ihn am Anfang noch frisch machte, hat mittlerweile keine Chance mehr gegen den 2,02 Meter großen Flügelspieler. Ramy vereinbart für das U18 Training der Telekom Baskets Bonn ein Probetraining für Kevin. Doch Kevin geht nicht hin, er hat zu viel Respekt. Kevin hat mit 17 noch wenig Selbstvertrauen. Daran arbeiten sie und Kevin erfährt durch seine leidenschaftliche Spielweise immer mehr Respekt von allen Seiten und schafft den Sprung in den Profibasketball, weil er lernt an sich zu glauben.

2017 kommt Kevin seinem Ziel ein Stückchen näher. Er wechselt zu Ehingen Urspring in die 2. Bundesliga, wo er nach einer starken 1. Saison im 2. Jahr zum besten Flügelspieler der Liga gekührt und zu den besten fünf Spielern (Starting Five) der Liga gewählt wird. Kevin weiß wo er herkommt und ist stolz auf seine Wurzeln. Wir sind stolz auf Kevin, der mit der Trikotnummer 53, den ersten beiden Ziffern der Postleitzahl für Bonn, aufläuft und das „KY53“ unser offizieller Pate für „BasKIDball Bonn“ wird. Wir wünschen Kevin viel Erfolg im 1. Jahr in der Basketball-Bundesliga beim Aufsteiger Hamburg Towers.

„Jeder Jugendliche muss nach Berlin!“

Reisebericht von Mohamad Amin Zaim, alias Tito (18 Jahre aus Bonn)

„Berlin! Jeder Jugendliche muss nach Berlin! Ansonsten verpasst er viel Spaß und deutsche Geschichte. Wir, eine Gruppe von sechs guten Freunden im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, die immer Action suchen und mehr über die Geschichte des Landes lernen wollen, haben durch Ramy Azrak von der Dr. Moroni Stiftung diese Möglichkeit bekommen vom 25. bis 28. Juni mitzufahren. Ramy haben wir durch Mitternachts-Fußball und die LIGA Bonn 2015, und einige auch schon vorher, kennengelernt. In Tannenbusch kennt fast jeder Ramy, der auch schon sehr viele Jugendliche aus Tannenbusch und ganz Bonn mit nach Berlin mitgenommen hat. Er hat vielen meiner Freunde auch bei allerlei Problemen und Fragen beraten und geholfen, sogar auch schon dem einen oder anderen zu einer Ausbildung verholfen.

Sechs Wochen vor Beginn der Reise haben wir alles mit Ramy geplant und dir Vorfreude war sehr groß. Ich, Mohamed Amin Zaim, alias Tito, bin 18 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in Bonn. Meinen Migrationshintergrund findet man im Nordosten Marokkos. In meiner Freizeit spiele ich sehr gerne Fußball und in der U19 vom FC Blau-Weiß Friesdorf im Mittelfeld. Im August 2018 habe ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen, die gut läuft. Für die Reise haben wir sechs uns alle Urlaub genommen.

Am 24. Juni ging es dann endlich los! Vier Tage Beeerlin! Getroffen haben wir uns um kurz vor 10 Uhr am Bonner Hauptbahnhof, dort erreichte uns die Nachricht, dass der Zug nach Berlin Verspätung hat und wir etwas warten müssen. Die Stimmung war nur zu Beginn etwas angeschlagen, aber wir sind positiv geblieben, da wir uns ja sehr auf Berlin freuten. Die Zugfahrt war sehr lustig, wir haben eine sehr gute Stimmung gehabt und Holger kennengelernt, der für die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner alles organisiert hat. Während der Reise haben wir die ersten Bekanntschaften mit den anderen 40 Mitreisenden gemacht. Eine sehr bunt durchgewürfelte Gruppe, aber sehr sympathische Leute. Der erste Eindruck sollte nicht trügen, die Gruppe war sehr kommunikativ und auch sehr interessiert uns gegenüber.

In Berlin angekommen sahen wir als erstes diesen riesigen Hauptbahnhof, ein Hauptbahnhof der so groß ist, wie der Flughafen Köln/Bonn. Von der Größe der Stadt überlaufen, fuhren wir in Richtung Hotel und hatten unser erstes Sightseeing durch unsere extra engagierte Reisebegleiterin Marlies, die uns vor Ort in Empfang nahm und zu unserem Bus begleitete. Im Hotel angekommen wollte jeder von uns nur noch ins Bett, um nach einem kurzen Nachmittagsschlaf bereit zu sein, die Stadt zu erkunden. Das Hotel hat uns überwältigt. Wir haben mit so schönen Zimmern, der Verpflegung und dem Luxus gar nicht gerechnet. Das hätten wir uns als Auszubildende niemals leisten können. Wir haben unseren sehr entspannten Aufenthalt in den Doppelzimmern sehr genossen und hatten sogar einen Fitness-Raum in unserer Etage. Dort konnten wir uns auch noch fit halten, was für uns sehr wichtig ist, da wir regelmäßig trainieren. Voll ausgeruht und nach einem kurzen Training haben wir den ersten Abend ausgekostet und sind zum weltweitbekannten Berliner Wahrzeichen, dem Brandenburger Tor, gefahren. Danach sind wir zum Kurfürstendamm weitergezogen und haben nochmal etwas gegessen und gechillt und den Abend ausklingen lassen.

Voller Vorfreude ging es am nächsten Morgen weiter. Nach dem leckeren und reichhaltigen Frühstück ging es los. Das Sightseeing ging weiter von der Berliner Mauer bis zum Reichstags, aber wir hatten immer noch nicht alles gesehen. Der Höhepunkt des heißesten Tages des Jahres war nach der Führung zur Industrie- und Architekturgeschichte in Schöneweide, der Ausblick von einem 60 Meter hohen Industrieturm mit Blick auf die Spree. Im Anschluss hatten wir noch eine Führung im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, wo ich viele neue Erkenntnisse über den zweiten Weltkrieg gewann. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Ausländer in Berlin in ca. 1300 Zwangslagern mitten in der Stadt arbeiten mussten. Im Geschichtsunterricht habe ich viel über die traurige Deportation von Juden zu KZ-Lagern gelernt.

Nach der bedrückenden Führung hatten wir etwas Zeit uns mental zu erholen, bevor wir uns zur Schifffahrt über die Spree aufmachten. Die Stimmung am Deck war sehr entspannt, wir haben viel gelacht und den Leuten auf dem Wasser, im Wasser und am Ufer zugewunken und Sperenzien gemacht. Das servierte Essen an Bord war zwar nicht vom 5 Sterne-Gourmet-Koch, aber das hat niemanden interessiert, da das Wetter und die Atmosphäre einfach top waren. Nach dem Programm war ich so kaputt, dass ich nur noch ins Bett fallen wollte, aber auf der anderen Seite wollten wir natürlich jede Sekunde in Berlin genießen und haben die Nacht am Prenzlauer Berg gechillt.

Der finale Freitag begann wieder sonnig und der ausgemachte Höhepunkt war das Reichstagsgebäude mit einer live-Debatte im Deutschen Bundestag. Aber vorher waren wir beim Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz. Ich habe schon gewusst, dass zum Thema Umwelt- und Naturschutz viel im Prozess ist. Aus dem Vortrag der Referentin waren viele positive Zahlen und Fakten herauszuhören, wie zum Beispiel, dass viel weniger Plastiktüten von den Discountern ausgegeben werden und Plastikstrohalme verboten werden. Die Mobilität in den Städten verändert sich positiv, es gibt immer mehr Alternativen zu Autos, z.B. Elektro-Scooter, die in Berlin an jeder Ecke zu sehen waren. Ich fand den Vortrag sehr interessant, da ich natürlich auch viel über Friday-for-Future mitbekommen habe, mich das Thema aber bisher zu wenig interessiert hat. Ich glaube, das wird sich in Zukunft ändern, eine App für die Scooter-Nutzung habe ich schon runtergeladen.

Die Gruppe der Dr. Moroni Stiftung (oben) und die gesamte Besuchergruppe von Katja Dörner (MdB)

Nach dem Vortrag wurden wir von unserem netten Busfahrer Thomas zum Reichstagsgebäude gefahren. Ich war vom Anlauf der Touristen und von der Größe des gesamten Geländes sehr überwältigt, aber überrascht hat mich das nicht, da in Berlin alles einfach riesig ist im Vergleich zu Bonn. Wir waren sehr hibbelig und wollten unbedingt rein, aber mussten erstmal durch die Sicherheitskontrollen, die man auch von Flughäfen kennt. Im Gebäude haben wir klare Anweisungen zum Thema Verhalten bekommen, da wir das Glück hatten bei einer sehr interessanten Debatte von der Tribüne aus zuschauen zu dürfen. Seit Anfang Juni war in den Medien sehr präsent, dass der CDU Politiker Walter Lübcke ermordet wurde und anlässlich dazu wurde eine Debatte zum Thema ,,Gegen Hass und Rechtsextreme Gewalt‘‘ geführt. Ich gebe ehrlich zu, dass ich mich vor dieser Fahrt viel zu wenig für Politik interessierte und Ramy uns davon erzählte und die Zusammenhänge erklärte. Durch diese Informationen, konnten wir der Diskussion im Plenarsaal sehr gut folgen. Ich bemerkte, dass die Stimmung durch die AFD sehr aufgeheizt war. Des Weiteren fand ich Persönlich noch die Reaktionen der einzelnen Parteien auf die Vorträge der anderen merkwürdig. Es wurde reingerufen, während jemand am Rednerpult stand und vortrug. Im Großen und Ganzen war das für mich das Highlight der Reise, zu so einem brisanten Thema eine Debatte live mitzuerleben. Anschließend haben wir Katja Dörner getroffen und konnten all unsere Fragen zu Politik stellen.

Berlin ist eine riesige Stadt mit vielen Möglichkeiten für junge Menschen. Ich habe in Berlin sehr viel gelernt, das ich alles gar nicht in meinen Reisebericht unterbringen kann. Vor Teilen der Berliner Mauer zu stehen und sich vorzustellen, dass hier eine Ost-West-Trennung stattfand, das muss man einfach als junger Mensch erlebt haben. Auch als Muslim mehr über die Geschichte der Juden in Berlin im 2. Weltkrieg zu erfahren und ihnen zu gedenken, das fand ich sehr schön und ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Ich bin Ramy Azrak, Katja Dörner, Holger Koslowski und dem ganzen Team der Grünen sehr dankbar für die wundervolle Reise. In dieser Kombination war die Reise viel schöner, als wären wir zu sechst für vier Tage zum Chillen nach Berlin gefahren. Danke!“

Tito

Ballas Trainingswoche mit dem Superstar-Trainer

Durch unser Projekt „BasKIDball“ haben wir Balla kennengelernt. Er kommt regelmäßig zum Basketballspielen vorbei und liebt diesen Sport wie kein zweiter. Durch unseren Kontakt zu Holger Geschwinder, dem Personal Trainer von Dirk Nowitzki, haben wir dem talentierten 17-Jährigen die Möglichkeit eröffnen wollen, vom 07. bis 14. Juni zum Starnberger See zu reisen und mit dem „Basketball Guru“ eine Woche trainieren zu dürfen. Balla war  von der Idee sofort begeistert und zögerte keinen Moment. Wir schrieben seiner Schule eine E-Mail und entschuldigten Balla mit der Begründung, das viele Kinder ihr Leben lang von so einer Chance nur träumen können.

Ballas Reisebericht:

„Meine Gedanken vor der Reise waren von Respekt geprägt, weil ich mir im Vorfeld Videos von Holger Geschwindner im Internet angeschaut habe und natürlich weiß, das er der Entdecker und Förderer von Dirk Nowitzki ist. Ich war einfach sehr dankbar, als meine Basketballtrainerin Alex mich anrief und mitteilte, das die Dr. Moroni Stiftung mir die Möglichkeit bietet, mit dem vielleicht besten Basketball-Individualcoach eine Woche am Starnberger See mit einer Gruppe von angehenden Basketballprofis trainieren zu dürfen.

Am Tag der Abreise war alles sehr stressig, weil ich sehr früh aufstehen musste und eine lange Reise vor mit dem ICE hatte. Ich musste auch bis Bayern umsteigen und habe gehofft, das alles glatt läuft. In Bayern angekommen machte ich mich auf zum Starnberger See, da wo wir auch für die geplante Woche wohnen und trainieren sollten. Für mich war es ein befremdliches Gefühl an einen neuen Ort zu reisen, wo ich niemanden kenne. Doch der Respekt wurde mir durch den freundlichen Empfang direkt genommen. Ich war einer der ersten vor Ort und habe die ersten Jungs begrüßt. Teilweise Bundesligaspieler, was ich bis dato gar nicht wusste. Ich habe mich vor allem mit den Spielern der Hamburger Towers angefreundet, echt nett sind.

Nach etwa zwei Stunden als alle Spieler allmählich eintrudelten kam auch Holger Geschwindner, der uns nett begrüßte und auch schon zur 1. Trainingseinheit bat. Es war direkt die erste Challenge, wo ich mich auch direkt beweisen wollte und als einziger Bonner die Fahne hochhalten wollte. Wir mussten zu Beginn 100 Korbleger auf der rechten Seite und 100 Korbleger auf der linken Seite machen. Wenn man einen Korbleger nicht getroffen hat, musste man als gesamtes Team von vorne anfangen. Das hat anfangs auch gedauert, weil einige Spieler auch aus Frankreich, Portugal, Japan und China kamen und unheimliche Reisestrapazen hinter sich hatten. Wir haben die ersten Challenge dann aber geschafft und es ging weiter mit komischen Übungen, die sehr typisch für Holger Geschwindner sind. Ich habe mich da aber gut eingefunden und konnte mein bestes geben. Nach der Einheit gab es Abendessen und ich bin dann auch direkt schlafen gegangen, weil ich total müde von der langen Reise war.

Balla am Starnberger See

Ausgeschlafen sind wir dann am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück gemeinsam auf dem Starnberger See gerudert. Das war für mich neu, weil ich noch nie Rudern war bzw. als kleiner Junge, aber ich erinnere mich da gar nicht mehr wirklich dran. Wir haben die ganzen Basics besprochen und haben Technik trainiert. Das war nicht anstrengend, aber wir waren dann jeden Tag Rudern und haben auf Kraft und Schnelligkeit trainiert, was dann wiederum sehr anstrengend wurde. Wir waren jeden Morgen um 7.00 Uhr morgens im Wasser. Gegen Mittag kam ein Musiker, der Trommeln dabei hatte und uns erklärte, das Basketball viel mit Musik und Rhythmus zu tun hat. Ich weiß ja auch von Dirk Nowitzki, das er durch Holger Geschwinder ein Musikinstrument erlernt hat. Es war etwas theoretisch und ist erst einmal schwierig begreifbar, aber wenn man sich einen Rhythmus im Kopf vorstellt, dann kann man auch die Schnelligkeit und den Rhythmus des Dribbelns bestimmen. Das soll sehr helfen und wir haben mit dem Musiker geübt. Am Abend haben wir dann wieder Basketball gespielt und die Komplexität der Übungen wurde schwerer. Ich habe gemerkt, das wir im Camp eine große Anzahl von großen Talenten und jungen Basketballprofis haben, die auch schon regelmäßig mit Holger Geschwinder trainiert haben. Ich hatte Schwierigkeiten mich einzufinden und mich zu beweisen. Das fiel mit mit den neuen Übungen sehr schwer. Auch beim Spielen war es für mein Selbstbewusstsein nicht leicht, das ich als letzter gewählt wurde, weil mich keiner kannte. Ich bin es im Verein und in der Schule gewohnt als erster gewählt zu werden und ein Leader zu sein. Deswegen war es eine neue Erfahrung für mich, aber ich konnte auf jeden Fall auf dem Niveau mithalten und mich beweisen.

Die weiteren Tage verliefen ähnlich. Ich habe eine große Herausforderung gehabt und bin sehr zufrieden, wie ich sie gemeistert habe. Auch die Co-Trainer haben mich häufig gelobt. Zum Abschluss bekam ich viele Klamotten und Schuhe geschenkt. Ich würde es immer wieder machen und bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Ich hatte eine tolle Woche an einer tollen Location mit sehr starken Basketballspielern und einem einzigartigen Trainer. Ich habe gemerkt, das ich noch einen langen Weg zum Profi habe, aber auch, dass es mit harter Arbeit und Überzeugung machbar ist. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal recht herzlich bei Ramy Azrak und der Dr. Moroni für diese unvergessliche Woche bedanken. Im Übrigen freue ich mich auch sehr, dass ich zum 01. August meine Ausbildung beginnen werde. Ich bin mir sicher, das ich Schule, Betrieb und Junioren Basketballbundesliga unter einen Hut bekommen werde.“

Balla

Beeeerlin!

Was macht man bevor 50 internationale Menschen gemeinsam nach Berlin fahren? Na klar, eine Berlin-Pre-Party! Am Sonntag sind wir dem nachgegangen. Wir haben einen schönen Abend im Dr. Moroni Bildungszentrum verbracht und wurden von Maher und Amani mit syrischen Spezialitäten verwöhnt.

Die Vorfreude auf Berlin wurde nach den Erzählungen von Holger Koslowski, der das Wahlkreisbüro von Katja Dörner in Bonn leitet, noch größer. Unsere prominente Unterstützerin https://dr-moroni-stiftung.de/prominente-foerderer/ lädt die Dr. Moroni Stiftung und das AWO Bildungs- und Beratungszentrum Bad Godesberg gemeinsam vom 20. bis 23. August nach Berlin ein. Dort werden wir gemeinsam mit unseren 47 Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein vielseitiges historisches, kulturelles und politisches Programm erleben. Betreut von Ramy Azrak und Katja Brender werden die jungen Frauen und Männer, die zum Großteil nicht in Deutschland aufgewachsen sind, erfahren, wie transparent Politik in Deutschland ist und das sich jeder engagieren kann. Wir werden Berlin besser kennenlernen und der Höhepunkt der Reise ist sicherlich der Besuch des Deutschen Bundestags und falls Katja Dörner in dem Zeitraum in Berlin sein wird, dann können wir ihr im Anschluss alle Fragen stellen, die uns interessieren. Noch 64 Mal schlafen, dann geht’s endlich los!

qrf

 

Kurzfilm von „InfoMigrants“

In den lokalen Medien wurde schon häufig über unsere Arbeit und einzelne Projekte berichtet. Jetzt haben wir durch unsere Unterstützung vieler arabischsprachiger Neu-Bonner*innen  die Anfrage von der Deutschen Welle erhalten, eine Reportage über unsere Arbeit und unsere Projekte für den arabischsprachigen Online-Sender *“Info Migrants“ zu drehen. Wir haben mit Freude zugesagt und das erste Feedback das wir erhalten haben war sehr positiv. Hier der Beitrag über 3:33 Minuten: https://www.youtube.com/watch?v=t71mRvqwUWI&t=25s

*Der Sender „Info Migrants“bietet Informationen für Migranten und Menschen mit Fluchtgeschichte in drei Sprachen (Englisch, Arabisch und Französisch). Info Migrants ist eine Online Nachrichtenplattform als Kooperationsprojekt von Deutsche Welle, France Médias Monde und der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.